Die Heiermanns seit Unternehmensgründung

Fritz HeiermannDer Kaufmann Fritz Heiermann gründete das Unternehmen als Einzelfirma „Fritz Heiermann – Wäscherei- und Färbereibedarf und –Maschinen“ im November 1920 in der Kreuzstraße 58 in Barmen-Wichlinghausen (heute Wuppertal).

Während seine Ehefrau Ida bereits in zweiter Generation eine Art Oberhemden- und Kitteldienst betrieb, knüpfte Fritz Heiermann Kontakte zu gewerblichen Wäschereien, Krankenanstalten und Färbereien, übernahm im Hauptgeschäft Werksvertretungen für den Maschinenbau und baute ein Lager auf, aus welchem er textile Maschinenausstattungen, chemische Produkte und Zubehör für den täglichen Bedarf in Wäschereien und Färbereien lieferte.

Nachdem er in den 1920er Jahren mit Inflation und Weltwirtschaftskrise schwierigste Zeiten überstanden hatte, wurde er als Soldat zur Kriegsteilnahme 1939 eingezogen und kehrte nach wochenlangem Kriegsgefangenenlager auf den Rheinwiesen gesundheitlich angeschlagen 1945 zurück nach Wuppertal. Dank der Hilfe von Ehefrau Ida und Sohn Horst, letzerer geboren 1931, gerieten die Geschäfte selbst während des Krieges nie ganz zum Erliegen. Im Jahr 1950 bezog Fritz Heiermann eine neue Betriebsstätte in der Wittener Straße 82 in Wuppertal.
Er verstarb im Jahr 1955.

Horst HeiermannNach Abitur auf der „Höheren Handelsschule“ und anschließender Ausbildung zum Industriekaufmann trat Horst Heiermann 1952 in das elterliche Unternehmen ein und leitete es, nachdem seine Mutter Ida den Generationswechsel anfangs begleitete, nach der Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft, ab 1959 als Komplementär.

Bereits 1956 übernahm er für die Firma Kleindienst Augsburg ein Vertriebsgebiet und später die Werksvertretung im gleichen Gebiet für Engelhardt & Förster Bremen sowie auch deren Tochteruntermehmen Goedecker München. Mit diesen damals marktführenden Maschinenbauern war die Fritz Heiermann KG bestens aufgestellt für die Zeit des rasanten Aufschwungs, in der anfangs das Oberhemdengeschäft in den Wäschereien boomte. Abgelöst wurde dieser Trend durch die zahlreichen Krankenhaus-Neubauten. Jedes noch so kleine Haus bekam bis Ende der 1970er Jahre eine eigene Wäscherei und zudem wurden mit Goedecker (später Kleindienst E & F) auch die Bettenzentralen maschinell für die Matratzendesinfektion und das desinfizierende Waschen der Bettgestelle ausgestattet.

Zusammen mit seiner Ehefrau Marie baute er den Handel mit Wäschereibedarf aus, indem u.a. zum Ende der 1950er Jahre eine Konfektionsabteilung integriert wurde, mit welcher insbesondere Pressenbezüge gefertigt wurden, mit welchen als Hauptkunde die Firma Kleindienst beliefert wurde. Durch das Aufkommen der Kabinettpressen, bei welchen ab Ende der 1960er Jahre Luftformpolster die zu pressenden Kittel oder Ärmel ausspannten, erfuhr die Fritz Heiermann KG einen weiteren Boom, insbesondere als Originalausstatter, denn Horst Heiermann war der Erste, der „brauchbare“ Luftsäcke für Doppelrumpfkabinette und Ärmelpressen fertigen ließ und vertrieb. Horst Heiermann verstarb, viel zu jung, 1986, an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Marie HeiermannNach abgeschlossener Ausbildung zur Großhandels-Kauffrau trat Marie Heiermann im Jahr 1956 in die Dienste der Firma Fritz Heiermann und unternehmerisch an die Seite ihres späteren Ehemanns. Als Ihre Hauptaufgabe verstand sie die Leitung des Zubehörgeschäfts und die Eingliederung und den Ausbau der Konfektionsabteilung. Zudem qualifizierte sie sich zur Personal-Ersteinweiserin für neu gelieferte Pressensätze von Kleindienst und war, zusammen mit ihrem Ehemann, fester Bestandteil des Standpersonals auf jeder Inlandsmesse, auf welcher die Firmen Kleindienst und Engelhardt & Förster vertreten waren.

Nach dem Tod von Horst Heiermann übernahm sie für einige Jahre als Komplementärin die Geschäftsführung der Fritz Heiermann KG und sorgte aufgrund ihrer exzellenten Kontakte zu Wäschereimaschinenbau, Lieferanten und Kunden für einen reibungslosen Übergang des Unternehmens auf die nächste Generation. Im Jahr 1992 wurde die Fritz Heiermann KG in eine GmbH umgewandelt, an welcher Marie Heiermann bis heute als Gesellschafterin beteiligt ist.

Jürgen HeiermannNach Abitur und begonnenem Wirtschaftsstudium trat Jürgen Heiermann im Oktober 1986 im Rahmen einer Ausbildung zum GH-Kaufmann in die Firma ein, die er 1988 abschloss. Ab 1989 übernahm er erneut die Werksvertretung der Firma Kleindienst Augsburg mit einem großen Vertriebsgebiet und konnte dank der Markteinführung des ersten Vollautomaten für das Falten von Formteilen in den Folgejahren zahlreiche Tunnelfinisher-Anlagen, aber auch Pressensätze in NRW und Teilen von Hessen und Rheinland-Pfalz platzieren.

Nach dem Verkauf der Kleindienst Wäschereitechnik an den Hauptmitbewerber im Jahr 1996 zog Jürgen Heiermann das Unternehmen, welches er seit 1992 nach erfolgter Umwandlung in eine GmbH als Geschäftsführerender Gesellschafter leitet, nach und nach aus dem Maschinenvertrieb zurück und konzentriert sich seitdem auf den Ausbau des Zubehör Handels, der eigenen Fertigung und des Kundendienstes für textile Maschinenausstattungen zu einem der heute führenden Anbieter mit einem Exportanteil von über 25 Prozent. Im Jahr 2007 erfolgte der dritte Firmenumzug an die heutige Adresse.